Toureninfos - Weltweit, Mehrseillängen

Toureninfos
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Bergsport außerhalb Europas hat ja neben der technischen Herausforderung auch häufig noch ein exotisches Flair. Land und Leute sind ganz anders als gewohnt und bereits zum Wandfuß zu kommen kann schwierig sein. Hinzu kommt, dass wir hier in den Alpen hinsichtlich der Bergrettung natürlich verwöhnt sind und im Notfall auf eine vergleichsweise fantastische Infrastruktur zurückgreifen können. Dies sieht, selbst in den USA, schon ganz anders aus. Diese Selbstverständlichkeiten möge man immer mit berücksichtigen und die Ziele entsprechend wählen.
Die nachfolgenden Toureninfos sind ein Sammelsurium aus 35 Jahren Kletterei, haben also keinen Anspruch auf Exaktheit, Vollständigkeit usw. Sie sind eher die Touren, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind und mögen zum Appetit anregen dienen.
Kenia

Madagaskar - Tsaranoro "light"
Dieses schöne Gebiet gehörte zu meinen Wunschträumen seit ich vor vielen Jahren mal in einem Klettermagazin einen Bericht, ich glaube von Kurt Albert, gelesen habe. Und in der Tat ist es eine tolle Gegend mit recht wenig Touristen, freundlichen Einheimischen, grandiosen Klettereien und guten Unterkunftsmöglichkeiten. Wir waren über zwei Wochen im Tsarasoa-Camp und waren mit Unterbringung, Verpflegung usw. sehr zufrieden. In dem Dörfchen unten im Tal gibt es zwei Mini-Läden mit beeindruckend geringem Angebot. Wir haben dort aber immer mal wieder Nüsse und Kekse bestellen können. Außerdem haben wir die gesamten Bestände an Klopapier weggekauft - eine Rolle. 


Marokko - Todraschlucht
In die Todra-Schlucht sind wir eher zufällig gekommen. Im dem Frühjahr 2015 hatten sich unzählige Dienstverpflichtungen zu einem "nur weg hier" verdichtet. Als mögliches Ziel der Flucht wurde die Todraschlucht nach einem Google-Fund ("Marokko" "Klettern") ausfindig gemacht und eine Stunde später war's gebucht. Wir haben es nicht bereut. Die Wüstenlandschaft mit der Flussoase war sehr schön, bereist fünf Minuten von der Schlucht entfernt wird es einsam und die Klettereien schwanken zwischen ganz gut bis absolut brillant. Wir hatten zudem ein sehr nettes sauberes Hotel mit begeistertem Besitzer und exzellentem Essen. Außer den tollen Mehrseillängenrouten gibt es auch absolut lohnende Klettergärten und Wandern kann man bis es einem zu den Ohren raus kommt.

USA/Kanada
Nordamerika bietet bekanntlich eine unglaubliche Vielfalt hochkarätiger Klettereien. Vom legendären Yosemite, über die recht feuchten alpinen Gebiete der Cascades, Bogaboos und Canadian Rockies bis hin zu Wyomings Devilstower und Windrivers sowie Utahs Wackeltürmen. Um hier glücklich zu werden bedarf es guten Fertigkeiten im selbstständigen Absichern. Die hierzulande weitverbreitete plaisirige Verboltung (den Einrichtern hier ein großes Dankeschön!!) sucht man dort meist vergeblich. Außerdem kommt man nicht überall so leicht an die Einstiege wie im Yosemite. Aus den genannten Gründen habe ich über die Jahre hinweg viele Ausflüge in diese Gegenden gemacht. Ein bisschen hat wohl auch, es sei gestanden, eine Rolle gespielt, dass nach vollbrachter Tat der Weg zum wohlsortierten Supermarkt nicht zu weit weg war. Wie dem auch sei eine Kletterrundreise durch Nordamerika ist und bleibt ein fantastisches Highlight. Wer noch Sportklettereien und Bouldern hinzunimmt (nicht so mein Fall), kann sich sicherlich jahrelang beschäftigen.
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